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Rayon allgemein

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Beitrag von Hampi2 am Mo Sep 09, 2019 5:32 am

Ich habe mich gefragt, warum es bei den Rayon-Marken überhaupt verchiedene Typen gibt, denn beim Autografie-Überdruck wird eine Zeichnung vom Originalstein aufs Umdruckpapier gedruckt und von dort x-mal auf den Druckstein übertragen bis der Druckstein voll ist. Demnach müssten ja alle Marken auf den Druckstein gleich sein.
Gruss und besten Dank, Hampi2

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Beitrag von bumbi am Mo Sep 09, 2019 8:44 am

Soviel ich weiss, sind alle Ursteine 40 Marken gross.

Genauer:

Im Handbuch "RAYON I" von Colombi/Städeli/Streiff steht unter "Entstehung der Rayon I":

Genau gleich, wie bei der Rayon II, wurde auch für die Rayon I ein Urstein hergestellt, auf dem 40 voneinander verschiedene Typen von Hand gezeichnet wurden...

LG Bumbi
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Beitrag von Hampi2 am Mo Sep 09, 2019 2:17 pm

Hoi Bumbi,
Dies bedeutet, dass alle vierzig eines nach dem anderen auf den Stein gezeichnet wurden und nicht nach dem üblichen Verfahren multipliziert wurden. Und dennoch: Irgend eine gemeinsame Vorlage mussten die dennoch gehabt haben (Kennt man die?)
Gruss Hampi2

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Beitrag von bumbi am Mo Sep 09, 2019 3:49 pm

Diese Frage kann Dir sicher einer der Rayon-Spezialisten hier beantworten....

LG Bumbi
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Beitrag von Tefos731 am Di Sep 10, 2019 12:16 pm

Hallo Hampi2

Bei der Herstellung der Drucksteine ging der Lithograph Carl Durheim folgendermassen vor:

Bekanntlich besteht der Urstein, und danach ein Druckfeld der Arbeitssteine, jeweils aus 5 Reihen à 8 Marken. Durheim übertrug also zuerst von Hand die Grundelemente (Wappeneinfassuung, Posthorn, Kordel und Schriftband) auf die jeweiligen 40 Positionen, welche dann eingraviert wurden. In einem zweiten Arbeitsgang sind dann die Füllschnörkel von Hand eingezeichnet wurden.

Dadurch dass diese Füllschnörkel vierzig mal von Hand gezeichnet wurden kann man also die Typen 1-40 leicht unterscheiden. Bis Anhin erfolgte das verfahren vollständig ohne Umdruck, wohl hauptsächlich, da Durheim wusste, dass er wohl mehrere Arbeitssteine benötigen würde. Wenn der Urstein nun also aus einer Marke bestanden hätte, und er diese 80 resp. später 160 Mal auf die Arbeitssteine hätte übertragen müssten, wäre dies wohl viel mühsamer gewesen, als gleich einen Urstein mit 40 Marken herzustellen.
Soviel zu den Typen.

Beim ersten Arbeitsstein (A1) übertrug Durheim diese Ursprüngliche 40er Platte dan 2 mal auf den Druckstein, was zu den Gruppen A1 O (oben) und A1 U (unten). führte. Ab dem A2 Druckstein enthielten die Arbeitssteine dann jeweils 160 Marken, in den vier Gruppen à 40 Marken.

Erst an dieser Stelle kam also der Umdruck zum Zug. Dadurch müsste aber pro Druckstein jede Type 4 mal gedruckt worden sein, und diese wären nicht zu unterscheiden. Durch die unterschiedliche Abnutzungen und teilweise sogar Reparaturen entstanden dann aber die "Feldmerkmale", welche seit den Drucksteinrekonstruktionen durch Dr. Munk, Ernst Müller, Werner Städeli usw. dazu verwendet werden können, die Positionen einer Type festzustellen. LU/RU/RO/LO.

Aus dem gleichen Grund kann man auch die verschiedenen Drucksteine unterscheiden.

Detaillierter ist obiges auch in den Rayonbüchern od z.B. in "Schweizer Briefmarken", C. Hertsch, 1965 nachzulesen.

Ich hoffe diese, etwas lange, aber dafür, so hoffe ich, genaue Beschreibung hilft dir weiter.

Tefos731

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Beitrag von Hampi2 am Di Sep 10, 2019 5:36 pm

Lieber Tefos731,
Besten Dank für die ausfühliche Beschreibung des Vorgangs, den ich bisher zwar teilweise erahnt, aber nie richtig verstanden habe.
Gruss von Hampi2

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Beitrag von salodurum am Fr Sep 13, 2019 6:13 pm

Hallo Tefos
danke für diese sehr ausführliche aber äusserst verständliche zusammenfassung wie die durheim-drucksteine entstanden sind.
ich habe vieles davon schon gewusst, aber die chronologie der erstellung nie ganz verstanden - bis heute!
merci
salodurum
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