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Definition von Ganzsachen und Kataloge

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Definition von Ganzsachen und Kataloge

Beitrag von Cantus am Do Jul 12, 2018 12:56 pm

Ganzsachen sind alle Arten postalischer Formulare, die zur Aufnahme von Daten oder Gegenständen dienen und durch einen aufgedruckten Wertstempel oder einen gleichwertigen Vermerk die Inanspruchnahme einer im Voraus bezahlten postalischen Dienstleistung ermöglichen. Der Zeitpunkt der Nutzung einer Ganzsache muss also in der alleinigen Entscheidung des Postkunden liegen, daher sind Quittungen jeder Art, Aufgabescheine oder Recepissen in aller Regel Postformulare oder postinterne Quittungen, jedoch keine Ganzsachen. Des weiteren ist ein ganz wesentliches Merkmal einer Ganzsache, dass der aufgedruckte Wertstempel einer bestimmten Postdienstleistung entspricht, nicht aber damit eine Stempel- oder Papiergebühr abgegolten wird; in so einem Fall spricht man von ganzsachenähnlichen Formularen, aber nicht von Ganzsachen.

Beispiele für Ganzsachen sind Umschläge, Streifbänder, Postkarten,
Postanweisungen, etc. Wie Briefmarken verkörpern auch Ganzsachen den Wert einer postalischen Dienstleistung und sind deshalb Postwertzeichen. Abweichend von dieser philatelistischen Definition bezeichnet die Post mit dem Begriff Postwertzeichen im Falle einer Ganzsache im Allgemeinen nur den darauf befindlichen Wertstempel, für uns gilt aber die philatelistische Definition.

Wir unterscheiden amtliche und private Ganzsachen:

Amtliche Ganzsachen sind Ganzsachen, die von der jeweiligen obersten staatlichen Postbehörde mit ihrer Genehmigung ausgegeben werden; über posteigene Verkaufsstellen oder im Auftrag der Postbehörde öffentlich vertrieben werden, wobei der Verkauf zeitlich, regional oder auf einen bestimmten Empfängerkreis beschränkt sein kann; das Erscheinen muss im Amtsblatt der Postbehörde oder in einem entsprechenden Mitteilungsblatt angekündigt werden.

Wichtig für das Vorliegen einer amtlichen Ganzsache ist die Erfüllung aller drei Kriterien. So genügt beispielsweise der Verkauf über Postschalter alleine nicht, um die Amtlichkeit der betreffenden Ausgabe zu beweisen.

Amtliche Ganzsachen gibt es schon genauso lange wie Briefmarken, denn parallel mit der ersten Briefmarke der Welt wurden auch Ganzsachen herausgegeben (1840, Großbritannien).

Amtliche Ganzsachen werden schon fast seit Beginn immer einmal wieder mit privaten Zudrucken versehen, Zuerst waren das meistens Textzdrucke, später, als die Technik entsprechend fortgeschritten war, auch mit Bildern, zunächst in gezeichneter oder gemalter Form, später auch als fotografische Drucke oder als Farbdrucke jeder Art. Solche Ganzsachen werden als Zudruckganzsachen bezeichnet. Am häufigsten findet man Zudrucke auf Postkarten, Umschlägen, Streifbändern oder Adresszetteln, aber grundsätzlich sind sie auf jeder Form amtlicher Ganzsachen möglich.

Zusätzlich zu den normalen amtlichen Ganzsachen oder den amtlchen Ganzsachen mit privatem Zudruck gibt es auch private Ganzsachen. Diese sind in fremdem Auftrag von der Postbehörde hergestellt worden (oft mit philatelistischem oder gewerblichem Hintergrund) und werden meist nicht öffentlich verkauft, sondern stehen nur dem Auftraggeber zur Verfügung. Das besondere Merkmal einer Privatganzsache besteht darin, dass es die vorliegende Ganzsache nicht von ihrer Grundform her als amtliche Ganzsache geben darf. Bei privaten Ganzsachen, die einen Wertstempel oder einen entsprechenden postalischen Vertmerk tragen, die es auf amtlichen Ganzsachen überhaupt nicht gibt, ist es einfach, eine Ganzsache als Privatganzsache zu bestimmen. Schwieriger wird es, wenn es z.B. den Wertstempel auch auf amtlichen Ganzsachen gibt.

Um eine Ganzsache zu bestimmen, bedarf es der Beschreibung verschiedener Kriterien. In den Katalogen werden Ganzsachen entweder nach den Wertstempelarten oder -werten oder -farben sortiert oder aber auch nach ihrem geplanten Verwendungszweck als Postkarte, Umschlag usw. Zur Zuordnung einer Ganzsache zu den Privatganzsachen muss es also einen deutlichen Unterschied im Verhältnis zu amtlichen Ganzsachen in mindestens einem der folgenden Merkmale geben:

Art des Wertstempels
Farbe des Wertstempels
Frankaturwert im Wertstempel
Größe der Ganzsache (Länge x Breite, maßgeblich ist stets das ungebrauchte Exemplar)
Art des Papiers oder des Kartons der Ganzsache
Papier- oder Kartonfarbe der Ganzsache
Möglicherweise Art und Form eines Wasserzeichens im Papier, zum Beispiel bei einem Umschlag oder bei Postkarten
Art und Farbe des Innendrucks bei einem Umschlag, denn der Innendruck kann vom äußeren Bild einer Ganzsache abweichen
Klappenstempel am unteren Ende der rückseitigen Umschlagklappe bei Umschlägen (in Einzelfällen)
Vordruckgestaltung auf der Adressseite, zum Beispiel Art und Anzahl und Länge der Adresslinien oder des Absendervordruckes

Grundsätzlich gilt, dass man zur Bestimmung einer Privatganzsache wissen muss, dass es weder einer gleichartige amtliche Ganzsache noch eine entsprechende amtliche Ganzsache mit Privatzudruck gibt. Wer sich längere Zeit mit den Ganzsachen eines bestimmten Landes beschäftigt, dem fällt so eine Bestimmung nicht schwer, aber Anfänger müssen sich das notwendige Wissen erst aneignen. Dazu greift man üblicherweise auf Ganzsachen-Kataloge zurück, die es parallel zu Briefmarken-Katalogen gibt, denn Ganzsachen kann man nicht nach Briefmarken-Katalogen bestimmen.

Ganzsachensammler eines bestimmten Landes nutzen üblicherweise die Kataloge ihres Heimatlandes, es gibt aber auch Kataloghersteller, die sich nicht nur auf ein einziges Land beschränken. Ganzsachenkataloge kenne ich entsprechend für folgende Länder:

Zumstein für Schweiz und Liechtenstein (Ganzsachen und ganzsachenähnliche Formulare)
Spezialkatalog von F.Barnier für die Suchard-Karten
ANK (Austria-Netto-Katalog) für Österreich
Ganzsachen-Handbucher von Mag.Franz Schneiderbauer (amtliche, Zudruck- und Privatganzsachen von Österreich)
Herr Ferchenbauer über die österreichischen Ganzsachen (dabei auch Postgeschichte)
Handbücher von Herrn de Bellis zu den Frachtbriefen und Post-Begleitadressen von Österreich (ganzsachenähnliche Formulare und Ganzsachen)
Facit für die Länder Schweden, Dänisch-Westindien, Island, Färöer, Finnland, Norwegen, Åland, und Grönland
Francon Storch für Frankreich
Reiner von Scharpen zu den französischen Kolonien, Auslandsbüros und besetzten Gebieten (weltweit)
Thomassetti Ludo zu den belgischen Publibelkarten
Theodore H.Weiss zu den Bildzudrucken auf Postkarten der USA
The United Postal Stationery Society der USA zu den unterschiedlichen Schnitten und Maßen aller Umschläge der USA
Steven Tan zu den Ländern Malaysia mit allen Teilstaaten, Singapur und Brunei
East Africa Study Circle zu Zanzibar
Michel-Kataloge (Schwaneberger-Verlag) mit folgenden Ausgaben:
- Schweiz spezial (Briefmarken und Ganzsachen)
- Liechtenstein spezial (Briefmarken und Ganzsachen)
- Österreich spezial (Briefmarken und Ganzsachen)
- UNO spezial (Briefmarken und Ganzsachen)
- Westeuropa gesamt bis 1960
- Westeuropa gesamt ab 1960
- Osteuropa gesamt
- Osteuropa ab 1960
- Deutschland
NGK (Netto-Ganzsachen-Kataloge) des Berliner Ganzsachen-Sammlervereins zu den unterschiedlichsten deutschen Privat- und Zudruckganzsachen, von den altdeutschen Ganzsachen bis in die Moderne, viele verschiedene Kataloge
NGK zu Afrika (gesamt)
NGK zu Aerogrammen von Afrika
NGK zu Aerogrammen von Amerika
Dr.Ascher, Weltganzsachenkatalog, das Grundwerk, auf dem die meisten heutigen Ganzsachen-Kataloge aufbauen, letzte Ausgabe um 1923
Higgins & Gage-Welt-Ganzsachenkatalog, letzte Ausgabe von etwa 1973

Es gibt noch eine Vielzahl anderer Ganzsachenkataloge zu einzelnen Ländern, Erdteilen oder der ganzen Welt oder auch Motiven, aber das alles hier aufzulisten würde zu weit führen. Jede/r Sammler/in sollte sich den jeweiligen Katalog oder das passende Handbuch ins Regal stellen und bei manchen wie bei mir wird daraus im Laufe der Zeit eine richtige Bibliothek.

Da wir uns hier wohl überwiegend mit mitteleuropäischen Ganzsachen beschäftigen oder aber Weltganzsachenkataloge zu Rate gezogen werden müssen, empfehle ich vor der Nennung der Katalognummer folgende Kürzel:

Zu für Zumstein
Mi für Michel
ANK für Austria-Netto-Katalog
Sb für Schneiderbauer
NGK bei entsprechenden Katalogen
H&G für Higgins & Gage
Ascher für Dr. Ascher

Wenn es zu einem bestimmten Thema oder Land nur einen einzigen Katalog gibt, erübrigt sich ein Kürzel vor der Katalogbezeichnung.

Viele Grüße
Ingo
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Re: Definition von Ganzsachen und Kataloge

Beitrag von pietschi am Do Jul 12, 2018 6:12 pm

Hallo Ingo

Auf was für einen Katalog würden wir uns bei den UNO-Ganzsachen abstützen.

Lindner Handbuch von Wolff Hanke
United Nations Philately von Arleigh Gaines
Borek Kataloge

Was für Kürzel, für diese Nachschlage-Werke ??


Grüsse

pietschi

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Definition von Ganzsachen und Kataloge

Beitrag von Cantus am So Jul 15, 2018 2:29 am

Hallo pietsch,

ganz allgemein sollte immer der Grundsatz gelten, dass man mit der Katalogbezeichnung arbeitet, von der anzunehmen ist, dass die Mehrheit der Leser deines Beitrages ebenfalls über die verwendete Literatur verfügen. Ist es jedoch unklar, ob überhaupt jemand Ganzsachenliteratur zu dem einzelnen Thema besitzt, dann steht es im freien Ermessen desjenigen, der den Beitrag hochlädt, auf welches Druckwerk er Bezug nimmt, es sollte bei Ganzsachen aber stets spezielle Ganzsachenliteratur und nicht etwa ein reiner Briefmarkenkatalog sein. Und was die Abkürzungen betrifft, so war das lediglich ein Vorschlag von mir, wie man bei möglicherweise unterschiedlichen Katalogen bei den Teilnehmern eines Themas vermeiden kann, bei der Belegbezeichnung lange Worte schreiben zu müssen.

Stell dir vor, eine Schweizer Ganzsachenpostkarte soll beschrieben werden und die drei Sammler., die darauf Bezug nehmen, besitzen drei ganz unterschiedfliche Kataloge, zum Beispiel einer den Zumstein, einer den Michel und Einer den Hggins & Gage, dann hat die eine Postkarte drei verschiedene Katalognummern. Ohne die zusätzliche Nennung des Katalogherstellets käme da ein furchhtbares Durcheinander zustande.

Wenn bei deinem Beispiel der UNO-Ganzsachen nun keines eines der drei von dir genannten Nachschlagewerke besitzt, sondern vielleicht nur den Higgins & Gage, weil er ein US-ameriksnischer Ganzsachensammler ist, dann verwendet er selbstverständlich die Katalognummer, auf die er in seiner Literatur zugreifen kann, möchte aber die lange Bezeichnung "Higgins & Gage" vermeiden und dafür nur "H&G" schreiben, das war die Hilfestellung, die ich angeboten habe. Welchen Katalog oder welches Handbuch du selber verwendest ist alleine deine Sache, du kannst in aller Regel nur nicht davon ausgehen, dass auch alle Leser deines Beitrages die gleiche Ganzsachenliteratur wie du besitzen.

Viele Grüße
Ingo
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Re: Definition von Ganzsachen und Kataloge

Beitrag von pietschi am So Jul 15, 2018 10:47 am

Hallo Ingo

Besten Dank für deine ausführlichen Erklärungen. Mir ist nun klar was du meinst und ich werde mich in meinen Beiträgen an deinen Vorschlag halten. Bei UNO-Genf Ganzsachen gibt es natürlich, da unwesentliches, Aschenputtel-Gebiet, keinen Ganzsachen-Katalog.

Grüsse
pietschi
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Re: Definition von Ganzsachen und Kataloge

Beitrag von Cantus am Do Jul 26, 2018 7:29 am

Hallo pietschi,

ich habe bei mir mal nachgesehen. Selbstverständlich habe ich auch einen (kleinen) Ganzsachenkatalog, der mit "United Nations" überschrieben ist Ich weiß allerdings nicht, ob der nun nur die Ganzsachen der UNO in New York enthält oder ob die UNO-Ganzsachen in New York, Wien und der Schweiz einheitlich waren. Mein Katalog endet allerdings etwa 1973. Wenn du trotzdem Interesse hast, melde dich bitte per Mail bei mir.

Viele Grüße
Ingo
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