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Kofferanhänger

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Kofferanhänger

Beitrag von Cantus am Sa Aug 11, 2018 2:17 pm

In alten Zeiten war es möglich, nicht nur Pakete per Post zu verschicken, sondern auch Koffer mit irgendeinem Inhalt. So erhielt der Empfänger nicht nur die Ware, sondern zugleich auch ein Behältnis, um die enthaltenen Gegenstände oder auch allerlei Anderes selbst weitertransportieren zu können.

Zum Zwecke des Postversandes wurde an dem Koffergriff mit Schnur oder Draht ein Kofferanhänger befestigt, aus dem Absender und Empfänger ersichtlich sein mussten. Außerdem mussten teilweise Inhaltsangaben gemacht werden, je nachdem, ob der Koffer nur ein Ziel im Inland ansteuerte oder eines außerhalb der eigenen Staatsgrenzen und damit durch eine Zollkontrolle musste. Die Gebühr für den Posttransport musste mit aufgeklebter Briefmarke auf dem Kofferanhänger entrichtet werden und die Marke erhielt auch dort den Tagesstempel des absendenden Postamtes.

Letztlich sind solche Paketanhänger so wie eine Paketkarte anzusehen, bilden heute aber dennoch ein eigenständiges Sammelgebiet, zumal nur sehr wenige entsprechende Exemplare die vielen Jahrzehnte bis heute relativ unbeschadet überstanden haben. Es ist aber spannend, in Kartons von Händlern auf Börsen und Messen danach zu suchen und ab und zu wird man nicht nur bei Schweizer Belegekisten nach langem Suchen fündig.

Mein heutiges Beispiel trägt die Nummer 834, was bedeutet, dass diese Art des Versandes gar nicht so selten war, nur hat wohl kaum jemand solche Kofferanhänger aufgehoben und sorgsam in seiner Sammlung verwahrt. Der Kofferanhänger war in La Chaux de Fonds mit Poststempel versehen und an Anton Räber in Küssnacht geschickt worden. Dabei könnte es sich um eine Rücksendung handeln, denn der rückseitige Transportaufkleber zeigt die gegenteilige Transportroute auf, wurde aber durch Durchkreuzen ungültig gemacht.








Viele Grüße
Ingo
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Re: Kofferanhänger

Beitrag von Rore am Sa Aug 11, 2018 5:43 pm

Hallo Ingo
Interessantes Dokument, habe so etwas noch nie gesehen,

Rore

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Re: Kofferanhänger

Beitrag von Cantus am Sa Aug 11, 2018 8:12 pm

Hallo Rore,

vielen Dank für deine Rückmeldung. Ja, es ist schon schwer, so etwas aufzutreiben, aber wenn man lange genug sucht, kann man so etwas durchaus auch einmal finden.

Viele Grüße
Ingo
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Re: Kofferanhänger

Beitrag von PitschLe am Mo Aug 13, 2018 1:27 pm

Hallo Ingo,

die von dir gezeigte Anhängeetikette war sicher nicht an einem Koffer befestigt.
Wie du selber schreibst, kann es sich um eine Rücksendung handeln.

Der Empfänger der Sendung, Anton Räber war Inhaber einer "Schnapsbrennerei" und eines Spiritusenhandels.
(Die Firma gibt es auch heute noch)
Die Rücksendung kann daher eine leere Korbflasche sein. Die Lieferung der vollen Korbflasche ist vorher mit der Bahn von Küssnacht am Rigi nach La Chaux-de-Fonds spediert worden. Dies schliesse ich aus dem Etikett auf der Rückseite des Anhängers.
Die Nr. 834 auf dem Etikett ist die Nr. der Korbflasche. Diese dient einerseits zur Leergutkontrolle des Lieferanten und anderseits möglicherweise auch als Kontrolle für die Alkoholverwaltung. Auf dem Etikett ist auf der linken Seite auf deinem Bild auch der Hinweis aufgedruckt (in französicher Sprache), dass das Etikett nicht vom Behälter entfernt werden darf wegen der Kontrolle.

Die Rücksendung ist zum Pakettarif erfolgt. Vom 1.7.1925 - 31.8.1939 Betrug das Porto für Sendungen von 2.5 - 5.0 Kg im Fernverkehr 90 Rp. genau so wie auf dem Etikett

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Re: Kofferanhänger

Beitrag von PitschLe am Mo Aug 13, 2018 1:43 pm

Die Verwendung von Anhängeetiketten war früher gar nicht so selten.
Leider waren diese Anhänger meist in einem schlechten Zustand und vor allem schlecht gestempelt und wurden daher ncht sehr oft gesammelt.

ich habe aus einem Posten eine rechte Anzahl solcher Anhängetiketten, aber die wenigsten sind wirklich Sammelwürdig.
Bei privaten Etiketten kann auch nicht abgeschätzt werden, was hier versendet wurde.

Ich mag mich selber erinnern, dass wir als Schulkinder die Nachbarsfrau mit dem Handwagen zur Post begleitet haben.
Bei der Kirschenernte hat sie Spankörbe mit Kirschen gefüllt, mit einem Küchentuch abgedeckt und mit Schnur zugebunden. Eine Anhängeetikette mit der Adresse daran gehängt und so hat sie die Verwandten und Bekannten in der Stadt mit frischen Früchten beliefert.

Später kamen die Körbe wieder zurück. Diesmal gefüllt mit getragenen Kinderkleider und Schuhen für die Kleinsten oder mit einem Stück Stoff, welche sie als Damenscheiderin aus der Stadt benötigt hatte.

Hier ein Bild von einem Spankorb. Aber nicht einem Original aus der damaligen Zeit.


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Re: Kofferanhänger

Beitrag von PitschLe am Mo Aug 13, 2018 1:57 pm

Hier ein Etikett von 1937  mit dem Absender  Orris Aktiengesellschaft für Fettprodukte Zug.



Hier kann es sich um die Lieferung eines Kessels mit Margarine oder Speisefett handeln, welches die Firma hergestellt und vertrieben hat. Der Empfänger war inhaber eines Comestibles Geschäfts in Zürich.
Auch hier wurde eine Anhängeetikette an den Kessel gebunden und ohne weitere Verpackung abgeschickt.

Das Porto für eine Paketsendung von 5 Kg im Nahbereich von Zug nach Zürich war 60 Rp.

Ich habe im Keller noch einen solchen Fettkessel gefunden. Nicht von dieser Firma und nicht aus dieser Zeit.


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Re: Kofferanhänger

Beitrag von PitschLe am Mo Aug 13, 2018 2:03 pm

Hier habe ich noch 2 Etiketten.
Absender waren Ärzte und der Empfänger das Hygiene Institut der Universität Zürich,
Was hier die Ärzte mit solchen Etiketten versendet haben weiss ich nicht.
Proben für Laboruntersuchungen? Aber in welcher Form? Fläschchen, Beutel oder was?

Die aufgeklebten Marken entsprechen dem Briefporto aus der Zeit.


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Re: Kofferanhänger

Beitrag von Rore am Mo Aug 13, 2018 5:57 pm

Hallo Pietsche,
Danke für die Berichte.

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Re: Kofferanhänger

Beitrag von Hampi am Mo Aug 13, 2018 6:14 pm

Hallo PitschLe

Die aufgeklebten Marken entsprechen dem Briefporto aus der Zeit.

Bin erstaunt über den Wert "Briefporto". Bei Waren die mit einer Etikette verschickt wurden handelte es sich wohl nicht gerade um Briefe bzw. kleine Gegenstände. Kann das sein das die Universität gewisse Portoermässigungen hatte?

Gruss Hampi

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Re: Kofferanhänger

Beitrag von bumbi am Mo Aug 13, 2018 6:27 pm

Ich hab hier auch noch einen, leider etwas beschädigt:





Soweit ich das einigermassen entziffern kann:
Absender: Tierarzt Gabathuler (?) in Davos-Platz (GR)
Empfänger: Landwirt Caspar Buol (?), Spino in Davos-Glaris
Vermerk: Zerbrechlich

Bei den blauen Krakeln vermute ich mal: 600 Gr. plus ein Zeichen wie ein kleiner Fisch mit grosser Schwanzflosse....

Es gibt heute - 111 Jahre später - in Davos-Glaris eine Strasse mit Namen Spina, die am gleichnamigen Restaurant vorbei zu einigen Höfen führt. Vielleicht war die Medi mal dorthin unterwegs...

LG Bumbi
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Re: Kofferanhänger

Beitrag von PitschLe am Mo Aug 13, 2018 7:44 pm

Hampi,

das Briefporto in diesen  Jahren war für Sendungen bis 250 g. gültig.
Dass ein Etikett verwendet wurde, bedeutet, dass es auf dem versendeten Gegenstand nicht oder nur schwer möglich war, eine Adress anzubringen.
Vielleich wegen der Form oder der Grösse. Ich weiss es nicht. Dazu habe ich keine Informationen gefunden.

Gruss PitschLe

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Re: Kofferanhänger

Beitrag von pietschi am Di Aug 14, 2018 11:07 am

@ PitschLe

Super Bericht und verständlich erklärt. Der Spannkorb weckte bei mir Jugenderinnerungen. Von meiner Tante im Baselland erhielten wir solche Körbe, via PTT, gefüllt mit tiefschwarzen Kirschen.

Ich hätte noch eine Frage zu den Uni-Etiketten. Unter dem Absender ist "St.R" eingedruckt. Was heisst dies?
Februar 1941, 20000 Stk. und Juli 1941, 20000 Stk. ein enormer Verschleiss.

Grüsse

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Re: Kofferanhänger

Beitrag von PitschLe am Di Aug 14, 2018 2:39 pm

@ pietschi

ich würde das als Druckereivermerk bezeichnen.
St. R als Zeichen für die Druckerei,  II.41 + VII. 41 als Druckdatum und 20 000 als Druckauflage.

Da ja nicht bekannt ist, was mit diesen Etiketten ans Institut eingeliefert wurde, ist ein Verbrauch der Etiketten mengenmässig auch nicht einzustufen. Ich nehme nicht an, dass viele Ärzte ein eigenes Labor und das entsprechende Personal hatten. Allfällige Proben mussten sicher an die dazu befähigten Institute gesendet werden.
Es ist mir auch nicht bekannt, welche Krankheiten in den Kriegsjahren akut auftraten und allenfalls im Labor nachgewiesen werden konnten. Das es überhaupt gedruckte Etiketten gab, lässt aber schon auf einen grösseren Verbrauch schliessen.

Gruss PitschLe

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