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Kleinbogen auf Dederon-Gewebe.

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Kleinbogen auf Dederon-Gewebe.

Beitrag von Boudicca8 am Do 1 Nov 2018 - 17:28

Blockausgabe: Chemische Industrie.
Ausgabedatum: 12.März.1963.
Gedruckt auf Dederon-Gewebe.
Ich hatte sichtlich Probleme, diesen Kleinbogen zu scannen.
Man sieht auch hier: Die farbigen Spiegelungen des Gewebes.
Der Bogen ist eigentlich ganz in weiss.

Bildbeschreibungen:
Laborantin an modernen labortechnischen Geräten, Destillationskolonne der Petrolchemie.



Dederon-Gewebe:

Der Handelsname Dederon, eine Wortschöpfung aus „DDR“ und der Silbe „on“, wurde ab 1959 als Bezeichnung für die Polyamidfaser genutzt. Unter dem Namen Nylon wurde das Material zunächst in den USA als erste vollständig synthetisch hergestellte Faser entwickelt und bereits seit den 30er Jahren in der Textilverarbeitung genutzt.
Aufgrund seiner Festigkeit und guten Verarbeitbarkeit wurde Nylon für die Fertigung von  Fallschirmen, Zahnbürsten und Damenstrumpfhosen genutzt.
Als die Polyamidfaser nach Ende des Zweiten Weltkriegs unter dem Namen Perlon durch die I.G.-Farbenindustrie AG auch in der Bundesrepublik Deutschland vertrieben wurde, schuf man schließlich die DDR-Alternative Dederon, welche fortan immer mehr an Beliebtheit gewann.
Seit den 60er Jahren wurde in der DDR zunehmend in die Chemie-Industrie investiert, sodass chemische Produkte immer mehr Einzug in den Alltag der Bürger hielten.
Dederon ist wie Rotkäppchen Sekt oder Halloren Kugeln eines der wenigen Ost-Produkte, welches auch nach der Wiedervereinigung weiter produziert wird.
Dederon - Die Wunderseide aus Schwarza".
Als 1959 Walter Ulbricht den Leitsatz "Chemie bringt Brot, Wohlstand und Schönheit" für die DDR-Wirtschaft verkündet, gibt es kein Halten mehr: Immer neue Spinnereianlagen werden gebaut, es regnet Auszeichnungen und es erhöht sich der Produktionsdruck.

Dafür werden Milliarden investiert, erinnert sich Klaus Seydewitz, der letzte Generaldirektor des Chemiefaserkombinats: "Das Kombinat erhielt die größten Investitionen, die in der Republik in den letzten Jahren vor dem Untergang bereitgestellt worden sind.
Alle Pläne mussten um jeden Preis erfüllt werden, denn wir waren das zentrale Anliegen der DDR-Führung."

Doch die Arbeitsbedingungen sind anstrengend:
Vor allem der Vierschichtbetrieb macht vielen Werktätigen zu schaffen.
Zwei Drittel von ihnen sind Frauen.
So wie Gudrun Sauer.
21 Jahre arbeitet sie in vier Schichten:
"Zwei Tage Frühschicht, zwei Tage Spätschicht, zwei Tage Nachtschicht, anderthalb Tage frei - das war gesundheitsschädigend.
Wir haben die Feiertage zusammen gearbeitet, wir waren Weihnachten hier, Silvester, Neujahr.
Nur alle sechs Wochen gab es mal ein gemeinsames Familienwochenende."

Die Chemieproduktion der DDR wirft von Anfang an auch ihre schmutzigen Schatten voraus:
Die direkt an das Betriebsgelände angrenzende Saale wird zur Geruchsbelästigung, die Bäume im Umfeld sterben ab.
Bis zur Wende wird in die Dederonproduktion investiert.

Das Dederon aus Schwarza hat überlebt: Noch heute wird in den gleichen Fabrikhallen die gleiche Seide gesponnen wie schon im Sozialismus. Exportiert wird in die ganze Welt - etwas, was die DDR nie geschafft hatte.
(Quelle:Wikipedia)

Gruss Boudicca
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Re: Kleinbogen auf Dederon-Gewebe.

Beitrag von dirk nagel de am So 4 Nov 2018 - 18:50

Der Bogen gibt es auch leicht verzogen, weil das material empfindlich war. Ein Preisaufschlag gibt es deswegen nicht und wird auch nicht darauf geprüft.
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Re: Kleinbogen auf Dederon-Gewebe.

Beitrag von Boudicca8 am Mo 5 Nov 2018 - 18:29

Ja hallo Dirk,
Ja das habe ich auch gelesen.
Mein Bogen ist in einem tadellosen Zustand.
Ich habe ihn sehr günstig im Internet erworben, ohne das ich auf Anhieb erkannt habe, dass dieser Bogen aus einem speziellen Stoff ist.
Das merkte ich als Ueberraschunbg erst, als ich den Bogen in den Händen hielt.
Echt schön anzufassen.
Hat etwas wie Seide...
Gruss Boudicca
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Re: Kleinbogen auf Dederon-Gewebe.

Beitrag von dirk nagel de am Mo 5 Nov 2018 - 20:54

Boudicca,

das ist keine Seide hier im Westen würde man dazu Nylon sagen, dieser Begriff durfte allerdings im sozialistischen Osten nicht verwendet werden
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Re: Kleinbogen auf Dederon-Gewebe.

Beitrag von rudischmidt am Mo 5 Nov 2018 - 23:57

Die zwei technisch am häufigsten verwendeten Polyamide sind PA 6 = Dederon und PA 6.6 = Nylon.

Ihr Herstellprozess ist grundlegend verschieden:

Polyamid 6 = Dederon ((–NH–(CH2)5–CO–)n) entsteht durch Ringöffnungspolymerisation aus ε-Caprolactam mit Wasser als Starter.

Polyamid 6.6 = Nylon wird aus Hexamethylendiamin (HMD) und Adipinsäure hergestellt. Es entsteht durch eine Polykondensation unter Wasserabspaltung.
n H2N–(CH2)6–NH2 + n HOOC–(CH2)4–COOH → (–NH–(CH2)6–NH–CO–(CH2)4–CO–)n+ 2n H2O

Liebe Grüße
Rüdiger

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rudischmidt

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Re: Kleinbogen auf Dederon-Gewebe.

Beitrag von dirk nagel de am Di 6 Nov 2018 - 20:41

Rüdiger,

leider bin ich kein Chemiker; hier ging es rein um den Namen da der Name Nylon im Osten einfach nicht genutzt werden durfte bzw. sollte weil er beim "Klassenfeind" hergestelld wird/wurde. Daß die neuen Bundesländer bzw. der Osten dem Westen in einigen Sachen überlegen war bleibt unbestritten, denn alles was im hier und jetzt als neue Errungenschaft eingeführt wird gab es in der guten alten Zeit vor der Wende im Osten schon längst und wurde nach der wende flucks abgeschafft.
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