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Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

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Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

Beitrag von Afredolino am Mo Nov 19, 2018 8:16 am

Gestern war eine Briefmarkenbörse in Wetzikon, da konnte ich diesen Beleg ergattern. Ein eingeschriebener Zensurbrief, chemisch überprüft, von Zürich nach Konstanz. Abgang am 7. Dezember 1944 und Ankunft in Konstanz am 8. Januar 1945. Nach meinem Wissen mit 5 Rappen überfrankiert.
Das Porto stellte sich damals so zusammen: Bis 20gr....30 Rappen, Einschreibgebühr....30 Rappen = 60 Rappen.





Vorne und hinten diagonal chemisch überprüft. Ich denke, Rüdiger kann mir zu diesem Beleg sicher noch mehr erzählen. Z.B. was das für Stempelabschläge sind, das rote T, das blaue P oder der violette Stempel oben links 21.1.
Dann würde mich auch interessieren, weshalb der Brief einen ganzen Monat unterwegs war. Lag das an der Zensurstelle ? Bin schon gespannt auf die Lösung.



Gruss
Afredolino


Zuletzt von Afredolino am Di Nov 20, 2018 12:08 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

Beitrag von rudischmidt am Mo Nov 19, 2018 10:42 pm

Hallo Afredolino,

zunächst einmal Herzlichen Glückwunsch zu dem frisch erworbenen Beleg, der es wahrlich in sich hat!

Bei der Frankatur handelt es sich um eine philatelistisch beeinflußte Satzfrankatur, weshalb der Wert zu 5 Rappen halt zusätzlich mit verklebt wurde!

Der Handprüfstempel in Rot, "Zensurstelle", Punkte neben Adler, Schwingen 24 mm breit spitz zulaufend, ist katalogisiert als Landsmann DP4.1.1 und "schwer zu finden".

Der Verschlußstreifen "Zensurstelle" ist katalogisiert als Landsmann DV4.1.

Das rote T mit Serifen ist ein Prüfstempel der ABP München, katalogisiert als Landsmann DK3.2.

Das blaue P ohne Serifen ist ein Prüfstempel der ABP München, katalogisiert als Landsmann DK3.1.

Der violette Stempel oben links "21.1." ist ein Lagerstempel aus Konstanz, wonach dieser Beleg im Hauptpostamt in Konstanz bis zum 21.01.1945 gelagert wurde.

Soweit bin ich mir bezüglich der Beschreibung relativ sicher!

Bezüglich der Laufzeit kann auch ich leider nur spekulieren:

Aufgegeben am 07.12.1944, angekommen in Konstanz am 22.12.1944, Lagerfrist ein Monat => Lagerstempel 21.01.1945, abgeholt am 08.01.1945, daher wurde an diesem Tag der Tagesstempel KONSTANZ als Ausgabestempel angebracht!???

Du hast mit diesem Beitrag übrigens bereits jetzt das Thema begonnen, das ich mir für den Dezember vorgenommen hatte, wobei ich jedoch "Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz" wählen wollte, da es wie bei den in die Schweiz gelaufenen Belegen auch bei den aus der Schweiz gelaufenen Belegen Transitpost mit chemischer Zensur gibt!

Liebe Grüße
Rüdiger
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Re: Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

Beitrag von rudischmidt am Mo Nov 19, 2018 10:59 pm

Hier folgt eine echte Rarität dieses Sammelgebietes, in dieser Kombination vermutlich sogar ein Unikat:

Dieser nach Konstanz adressierte Brief wurde am 28.02.1945 in Zürich aufgegeben:





Der Brief durchlief die für Post aus der Schweiz ins Deutsche Reich zuständige ABP München, wo 5 Prüferstempel sowie ein Stempel "C" abgeschlagen wurden. Dort wurde der Beleg vorderseitig sowie rückseitig diagonal von links oben nach rechts unten chemisch zensiert.

Danach muss dieser Brief auf seinem Postweg von München nach Konstanz als besonders seltener "Überroller" von den Alliierten erbeutet worden sein und er wurde daher von der amerikanischen Zensur linksseitig geöffnet und mit einem Zellophanstreifen "EXAMINED BY" wieder verschlossen, was ein Handprüfstempel in Violett "MILITARY CENSORSHIP CIVIL MAILS 11190" dokumentiert.

Liebe Grüße
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Re: Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

Beitrag von Afredolino am Di Nov 20, 2018 12:13 pm

Hallo Rüdiger

rudischmidt schrieb:wobei ich jedoch "Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz" wählen wollte

Ich habe den Titel nach deinen Wünschen angepasst



Herzlichen Dank für die kompetente Auskunft Laughing Das mit der Lagerfrist erscheint mir auch sehr logisch zu sein.

Gruss
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Re: Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

Beitrag von StampFan am Sa Dez 01, 2018 2:37 pm

Guten Nachmittag

Habe wieder eine chemische Zensur gefunden. Der Brief schein auch durch mindestens 3 Zensurämter geflogen zu sein und damals ging es über 2 Monate von der Schweiz nach Brasilien (über Schweden) somit war bei Ankunft auch der Krieg vorbei!!



Gruss

StampFan


Zuletzt von StampFan am Sa Dez 01, 2018 9:04 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

Beitrag von bumbi am Sa Dez 01, 2018 4:15 pm

Hübsches Exemplar, StampFan !
Ich frage mich bloss, für wen die Zeile: "Written in German" bestimmt war... Laughing
LG Bumbi
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Re: Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

Beitrag von rudischmidt am Sa Dez 01, 2018 9:00 pm

Hallo StampFan,

das ist wirklich ein sehr schöner und interessanter Brief mit chemischer Zensur! Weitere Informationen dazu gebe ich gerne morgen, wenn ich wieder daheim bin!

Danke + Liebe Grüße
Rüdiger
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Re: Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

Beitrag von rudischmidt am So Dez 02, 2018 10:37 pm

Hallo StampFan,

wie versprochen folgt hier meine Rückmeldung zu Deinem Brief mit Dreifachzensur in Deutschland (ABP Berlin), Großbritannien (GB Zensur in London) sowie Puerto Rico (US Zensur in San Juan).

Um die Bearbeitung in den Zensurstellen zu beschleunigen wurde vom Absender rückseitig vorsorglich der Vermerk "Written in German" angebracht.

Der Leitweg dieses Beleges führte von Genf über Berlin und Stockholm nach London und von dort über San Juan in Puerto Rico, wo die US-amerikanische Zensurstelle angesiedelt war, schließlich an den Bestimmungsort Sao Paulo in Brasilien.

Der Brief wurde in der ABP Berlin vorderseitig sowie rückseitig diagonal von links oben nach rechts unten mit blauer Tinte auf mit einem Tintenkiller geschriebene unsichtbare Botschaften hin chemisch geprüft.

Hast Du nachgeschaut, ob in San Juan die dort als Stichprobe übliche chemische Zensur mit parallelen Pinselstrichen mit mehreren Chemikalien auf der Innenseite durchgeführt wurde?

Sollte das der Fall sein, dann besitzt Du eine echte Rarität dieses Sammelgebietes mit chemischen Zensuren von nachweisbar zwei verschiedenen Zensurstellen auf einem Beleg!

Liebe Grüße
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Re: Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

Beitrag von StampFan am So Dez 02, 2018 10:53 pm

Danke für die Fachkündigen Ausführungen. Innen hat es keine parallelen Pinselstichen der Beleg gefällt mit trotzdem gut. Noch eine weitere kleine Frage. Da bei Ankunft der Krieg schon vorbei war weshalb gab es in San Juan noch eine Zensur?

Gruss und schönen Abend

StampFan
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Re: Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

Beitrag von rudischmidt am So Dez 02, 2018 11:25 pm

Hallo StampFan,

Am 08.05.1945 unterschrieb Marschall Keitel die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht und der Zweite Weltkrieg war damit in Europa beendet, aber erst am 02.09.1945 endete der Zweite Weltkrieg weltweit mit der Kapitulation Japans.

Die US-amerikanische Zensur von Postsendungen erfolgte daher auch nach der Kapitulation des Deutschen Reiches, denn die USA befanden sich weiterhin im Kriegszustand!

Liebe Grüße
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Re: Chemische Zensur auf Belegen aus der Schweiz

Beitrag von rudischmidt am Mo Dez 03, 2018 11:36 pm

Antwortkarte aus dem Deutschen Reich mit Postwertzeicheneindruck 15 Pfennig Hindenburg, adressiert nach Berlin, gebraucht am 06.11.1944 ab "MOLLIS":





In der ABP München wurde dieser Beleg vorderseitig von links oben nach rechts unten per diagonalen Pinselstrichen mit zwei verschiedenen Chemikalien sowie rückseitig von links oben nach rechts unten per diagonalem Pinselstrich mit einer dritten Chemikalie chemisch geprüft, was mehrere Prüferstempel sowie ein laut Landsmann "schwer zu findender" Handprüfstempel "Zensurstelle", Doppelpunkte neben Adler, Rand links eingekerbt, Adler beschädigt, in Rot, Landsmann DP4.2.2, dokumentieren.

Liebe Grüße
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